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Schematherapie

wie Schematherapie funktioniert
Bewältigungsmodi erkennen: fight, flight, freeze

innere verletzte Kinder trösten
aus dem gesunden Erwachsenen handeln

Schematherapie hilft, unbefriedigte Grundbedürfnisse, dazugehörige Schemata und Bewältigungsmodi zu erkennen und zu verändern. Mit einem starken gesunden Erwachsenen beschränken Sie fordernde Elternstimmen und trösten Ihr inneres verletztes Kind. Für eine fürsorgliche, gesunde Haltung gegenüber sich selber und gegenüber anderen.

Die Schematherapie ist ein integratives Psychotherapieverfahren das davon ausgeht, dass frühe Bindungs- und Beziehungserfahrungen und intensive emotionale Erlebnisse neuronal abgespeichert werden, wie eingebrannte Spuren im Gedächtnis. Selbstschädigende Schemata werden erkannt und automatische Abläufe gestoppt, verletzte innere Kind-Anteile werden getröstet und versorgt.
 
Über Schema und Modi
Ein Schema ist ein typisches Muster von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen, das unser Verhalten steuert. Es wird in der Kindheit erlernt und dient dazu, unsere wichtigsten psychischen Grundbedürfnisse wie sichere Bindungen, zufriedenstellende Beziehungen und unser Bedürfnis nach Autonomie zu befriedigen. Wurden diese in der Kindheit nicht genügend befriedigt reagierten wir als Kind automatisch mit einer der drei Bewältigungsmechanismen fight, flight oder freeze – überkompensieren, vermeiden oder sich fügen.
In diese kindlichen Verhaltensweisen verfallen wir vor allem dann, wenn wir uns zurückgewiesen, alleingelassen oder unter Druck gesetzt fühlen und uns das an Situationen aus der Kindheit erinnert. Dann scheinen unsere Grundbedürfnisse in Gefahr. Es sind Schutzfunktionen, die früher enorm wichtig waren, heute jedoch hinderlich und nicht mehr angepasst sind. Es entstehen starre Erlebens- und Verhaltensmuster, ungünstige Schemata, die jetzt im Erwachsenenalter in alltäglichen Situationen immer wieder aktiviert werden und sich negativ auf unsere Beziehungen auswirken. Diese Bewältigungsstrategien waren früher das Beste, was wir tun konnten, um mit bestimmten Situationen fertig zu werden. Heute stehen sie uns dagegen im Weg. Leider ist uns oft nicht bewusst, was unser Verhalten steuert und wir leiden unter den ungünstigen Reaktionen.
Ein Schema kombiniert mit einer Bewältigungsstrategie wird Modus genannt. Es ist ein momentan aktivierter Erlebenszustand im hier und jetzt, der rasch wechseln kann.

Für wen Schematherapie geeignet ist
Schematherapie ist anwendbar bei vielen Symptomen oder Belastungen, besonders auch wenn es um Schwierigkeiten in der Beziehung zu anderen Menschen oder um die Loslösung aus hinderlichen Verhaltensmustern geht.
 
Kind-Modi, Eltern-Modi und der gesunde Erwachsenen-Modus
Wir unterschieden kindliche Modi, Elternmodi, Bewältigungsmodi und den Modus des gesunden Erwachsenen:
Kindmodi sind Repräsentationen kindlicher Erlebensweisen und drücken sich als Gefühle und Körperempfindungen aus. Sie machen sich durch intensive, schmerzhafte Gefühle wie Traurigkeit, Einsamkeit, Verletztsein oder auch Wut bemerkbar. Hinderliche Überzeugungen lösen die schmerzhaften Gefühle des verletzten Kindmodus aus und führen zu sehr hohen Erwartungen an die eigene Leistung, Verantwortlichkeit für das Wohl anderer Menschen oder abwertenden Gedanken gegenüber uns oder anderen.
Im Eltern-Modus sind bestimmte Überzeugungen in uns präsent und steuern unser Verhalten. Hier wird ein sich kümmernder Eltern-Modus und ein begrenzender Eltern-Modus unterschieden.
Dysfunktionale Eltern-Modi sind strafende, emotional und leistungsfordernde Elternstimmen, es sind unsere inneren Kritiker. Diese verinnerlichten Botschaften und ungünstigen Verhaltensweisen von früheren Autoritäts- und Bezugspersonen führen dazu, dass wir uns selbst  gegenüber so verhalten wie es früher unsere Bezugspersonen getan haben. Kritische Stimmen führen zu übertriebenen Anforderungen an uns selbst, zu Selbstvorwürfen und manchmal sogar zu Selbsthass.
Ein Kind versucht immer, durch bestimmte Reaktionsweisen einen Mittelweg zwischen der eigenen Bedürfniserfüllung und den Erwartungen seiner Familie zu finden. Oft kommt es jedoch zwischen den verschiedenen Modi zu inneren Spannungen zwischen den Forderungen der Eltern-Modi und der Reaktion des verletzten Kindes. Gelingt es uns nicht, diese innere Spannung zu reduzieren kann das auf Dauer zu psychischen Symptomen führen.
Im gesunden Erwachsenen-Modus sind wir im Selbstkontakt und in Verbindung mit unseren Fähigkeiten. Wir handeln nicht automatisch mit dysfunktionalen Bewältigungsstrategien, sondern reflektieren uns und sind selbstfürsorglich. Der gesunde Erwachsene ist entspannt und gelassen, hat Distanz, er kann Grenzen nach aussen und innen halten und hilft, sich intern zu strukturieren.
Ganz wichtig ist mir, mit Ihnen gemeinsam Ihren gesunden Erwachsenen zu fördern und zu stärken: wie finde ich zu ihm? Wie fühlt sich dieser Zustand an? Wie denke und entscheide ich dann? Aus ihm heraus stoppen wir unsere inneren Kritiker und versorgen unser inneres Kind. So heilen unsere verletzten Kindanteile.
 
Die unterschiedlichen Bewältigungsmodi fight, flight und freeze
Zur Spannungsreduktion und um diese unangenehmen Gefühle nicht spüren zu müssen wechseln wir in so genannte Bewältigungsmodi: überkompensieren, vermeiden oder sich fügen. Es sind nicht gelungene und fehlangepasste Bewältigungsstile.
Die Reaktion des sich fügen ergibt sich aus einem kindlichen Verhalten gegenüber einem anderen. Als Resultat lässt sich so ein Mensch von anderen dominieren oder verletzen.
Der überkompensierende Mensch bemüht sich, sich genau entgegengesetzt seines verinnerlichten Schemas zu verhalten. Jemand, der sich unzulänglich fühlt, wird beispielsweise als erwachsener Mensch durch Überkompensation dieses Gefühls zu einem Perfektionisten. Jemand, der sich anderen unterlegen fühlte, unterwirft nun andere, um sich dadurch stärker zu fühlen.
Wählt ein Mensch vermeiden als unbewussten Bewältigungsstil, möchte er seinem Lebensthema möglichst nicht begegnen und seine verinnerlichten schematischen Gefühlsmuster lieber gar nicht aktiviert sehen.
Verinnerlichte Verhaltensmuster wie Fügsamkeit oder Vermeidung wirken sich vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen aus. Bindungsängstliche Menschen zweifeln oft an der Echtheit oder Tiefe einer Liebesbeziehung. Die entsprechende schematische Bewältigungsreaktion dieses Gefühls ist, dass dieser Mensch vor engeren Bindungen und Liebesbeziehungen flieht. Er bekämpft sie oder erstarrt innerlich anstatt sich einzulassen. Je nach Persönlichkeit reagiert ein Mensch mit Rückzug oder Duldung, Überkompensation oder Gefühlstaubheit und emotionaler Kälte.

Wie funktioniert Schematherapie
Typische Muster die unser Verhalten steuern müssen sichtbar gemacht werden um den Umgang mit den eigenen Modi zu erlernen. Es geht darum, den leistungsfordernden Elternmodus als etwas zu betrachten, das nicht ein Teil des eigenen Selbst ist, sondern etwas, das irgendwann von aussen bedingt angelegt wurde und nun auf ein gesundes Mass reduziert werden soll. Wir arbeiten konkret mit Schemaaktivierungen aus dem Alltag um unguten Bewältigungsreaktionen langsam in kleinen Schritten verändern, indem ich meine eigenen Bedürfnisse wahrnehme und sie mit neuen sinnvollen Strategien erfülle.
Jemand muss sich um das Kind kümmern, es trösten und vor dem fordernden Elternmodus in Schutz nehmen. Er muss begrenzt werden, ungünstige Bewältigungsmodi müssen eingeschränkt und schwächer werden. Dafür zuständig ist Ihr gesunder Erwachsener, er kann das. Beginn übernimmt die Therapeutin die Rolle des gesunden Erwachsenen, so lernen die Klienten, sich selber gesunde Erwachsene zu sein.
 
Ziele der Schematherapie
Biographische Hintergründe der Bewältigungsmodi und deren Funktion verstehen
Dysfunktionale Bewältigungsmodi fight/ flight/freeze erkennen
Bewältigungsmechanismen/ Schutzmechanismen sollen schwächer werden
Vermeidungs- und Kompensationsstrategien aktiv verändern
strafende/ fordernde Elternstimmen begrenzen, also innere Kritiker zu stoppen
innere verletzte, wütende oder ängstliche Kinder trösten
aus dem gesunden Erwachsenen handeln
 
Die Therapie hilft, hinter unseren emotionalen Reaktionen die Bewältigungsmodi zu erkennen, wieder in den gesunden Erwachsenen zu wechseln und einen erwachsenen Umgang mit uns selber und unseren Bedürfnissen zu finden. Meine Klient:innen schätzen diese Arbeitsweise da wir in einer gut verständlichen und nachvollziehbaren Weise am eigentlichen Kern Ihrer Probleme arbeiten.

Hören Sie mehr zu Schematherapie, Bindungsmuster und Selbstreflexion auf «Beziehungskosmos – der Beziehungspodcast»

Es kommt nicht darauf an, was man aus uns gemacht hat, sondern darauf, was wir aus dem machen,

was man aus uns gemacht hat.

Jean-Paul Sartre
 

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